neue Bankenkrise? Der Kreditmarkt in Gefahr

Es brodelt wieder im europäischen Finanz- und Bankensystem. Die angespannte konjunkturelle Lage, wenig bis gar kein Wirtschaftswachstum, miserable Zinskonditionen, stagnierende Aktienkurse und große Summe an faulen Krediten haben die europäischen Banken in eine wackelige Schieflage gebracht. Deshalb hat David Folkerts-Landau, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, ein riesiges neues EU-Rettungspaket für die Kreditinstitute vorgeschlagen.

neues Kapital für angeschlagene Banken

nominalzins-effektivzinsDie USA haben es damals vorgemacht und sind mit 475 Milliarden US-Dollar in die Bresche gesprungen, um die US-Banken zu stützen und den Finanzmarkt zu stabilisieren. Folkerts-Landau möchte das EU-Rettungsprogramm ähnlich aufsetzen, ist sich aber sehr sicher, dass man nicht diese Riesensumme benötigt. Schon mit 150 Milliarden könnte dem europäischen Finanzsystem geholfen werden, in dem die Banken mit frischem Kapital ausgestattet werden.

es eilt!

Folkerts-Landau hält die Rettung für unabdinglich und sehr eilig. Um die Rettungspakete schnell zu schnüren und umzusetzen hält er sogar einen möglichen Bruch mit der neuen Banken-Richtlinie für nötig. Die Kursrückgänge der Bankaktien seien nur symptomatisch für ein weitaus gravierenderes Problem: die Kombination aus hoher Staatsverschuldung, schwachem Wachstum und einer nicht zu übersehenden Deflationsnähe bringen das eigentliche Risiko mit sich.

Besonders die Banken in Italien, aber auch in Spanien oder Portugal bereiten hierbei größte Sorgen. Problem dabei: die neue Bankenrichtlinie verbietet staatliche Hilfen zunächst, zumindest so lange bis private Gläubiger und Aktionäre sich nicht an der Rettung beteiligt haben. Ein Aufsetzen eines neuen Rettungspakets unter 100%-iger Berücksichtigung der Richtlinien würde deshalb zunächst vor allem die privaten Haushalte treffen und das würde laut Folkerts-Landau noch größeren volkswirtschaftlichen Schaden anrichten.

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